Ramadanbeginn in Imsouane

Heute, am 17. Mai, hat der Ramadan in Marokko begonnen. Im Unterschied zu manchen anderen Ländern beginnt der Ramadan nicht nach Berechnung, sondern mit tatsächlicher Sichtung des Mondes.

Butyi und ich sind vorgestern – allerdings nach Berechnung und Plan – von Marrakech aus zum Meer aufgebrochen, um einen Teil der Atlantikküste zu entdecken.

Unser erster Halt ist Imsouane.
Wie lange ich hier bleiben werde, werde ich davon abhängig machen, was sich hier an Begegnungen entwickeln und
wie es uns gefallen wird.

Nach den ersten zwei Tagen kann ich jedoch sagen: Es ist ein Hundeparadies!

Davon abgesehen finde ich es sehr sympathisch hier. Die Leute sind offen und herzlich.
Ich habe bereits nach zwei Tagen meinen Stammladen und Bekanntschaft mit Roger gemacht, ein Baske, der fließend Tachelhit spricht.

Das kleine Fischerdorf ist komplett Tachelhit. Tachelhit ist das Souss-Tamazight, der Dialekt der Imazighen hier. Dieser Dialekt geht fließend in das Tamazight des Hohen Atlas über, so dass die Grundbegriffe, wie ich sie lerne, dieselben sind oder sich ähneln.

Neben den Einwohnern befinden sich hier die Surfer. Ansonsten habe ich bisher keine Touristen gesehen und alleine diesen Umstand finde ich außerordentlich sympathisch.

Viel zu „tun“ oder Abwechslung gibt es hier nicht.

Hier gibt es von Vielem nichts und von Nichts viel.

Eine Basis also für neue Begegnungen und für Geschichten, die hier – mit Muse und Zeit – endlich geschrieben und allmählich erzählt werden wollen…

 

Ramadan 2018 in Marokko

Der neunte Monat des isla-mischen Kalenders steht vor der Tür.

 

Die Frauen beginnen hier nach und nach auf den Souks taschenweise Nahrungsmittel einzukaufen und nach Hause zu tragen, was ein zuverlässiges Zeichen ist: Die Fastenzeit des Ramadans beginnt in einigen Tagen.

Der Ramadan 2018 beginnt am 16. Mai und endet am 15. Juni.
Dieses Jahr allerdings nicht in Marokko!

Das Königreich Marokko hat beschlossen, dass Ramadan dieses Jahr verkürzt werden soll.

Der Grund ist ebenso einleuchtend wie aussagekräftig und zeigt den pragmatischen Umgang mit Religion auf:

Marokko hat sich zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert und der erste WM-Tag würde sich mit dem letzten Tag des Ramadans überschneiden.
An diesem ersten Tag spielt der Gastgeber Russland gegen ein auszulosendes Land und wie fatal wäre es, würde eine fastende und unfite marokkanische Mannschaft so das Fußballfeld betreten!

Der 15. Juni wird in Marokko dieses Jahr somit sicherlich ein besonders ausgelassener und von vielen heiß ersehnter Festtag sein. Er wird sowohl der Auftakt zur WM 2018 und der erste Tag des Id al-Fitr, des „Zuckerfestes“ sein.

 

Ich werde dieses Jahr mit Anbruch des neunten islamischen Monats Marrakech vorläufig verlassen und in Richtung Meer fahren.

Ramadan werde ich auch hier erleben, jedoch in einer anderen Rolle als im letzten Jahr, nicht als Fastende und ohne die Teilhabe oder Zugehörigkeit zu einer Familie oder Freunde.

Wie sich dies gestalten wird, man wird sehen...

 

 

Letztes Jahr hatte ich zwei Wochen in Marokko bei Freunden verbracht und mitgefastet, das heißt von Sonnenaufgang bis -untergang unter anderem nichts gegessen oder getrunken. Ich wollte wissen, was Ramadan für mich in der Gemeinschaft mit muslimischen Freunden in Marokko ausmacht. Wie es mir dabei ging und welche Erfahrungen ich hierbei hatte, könnt ihr in meinen Berichten von 2017 nachlesen.